Die Kunst zu reden

Redecoach und Rhetoriker Bernd Obermayr @gs

Fakten sind bestenfalls die halbe Miete, wenn es darum geht, einen spannenden Vortrag zu halten. Redecoach und Rhetoriker Bernd Obermayr von der Firma Braintalk hilft Sprechern und Vortragenden, ihr Bestes zu geben.

Führen statt vortragen

„Wer seine Argumente präsentieren will, muss sie auch fassbar machen“, rät Obermayr. Nur Fakten aufzuzählen oder gar eine Liste abzuarbeiten, reicht für einen einprägsamen Vortrag nicht. Stattdessen gilt es, das Publikum an der Hand zu nehmen und zu führen – von einem Punkt zum nächsten, ohne den Zuhörern Gedankensprünge abzuverlangen. Konsequenzen und Kausalitäten müssen klar präsentiert und formuliert werden. Denn was von der Bühne aus logisch erscheint, muss für Zuseher, die darauf konzentriert sind, dem Vortrag zu folgen, noch lange nicht nachvollziehbar sein.

Bilder sprechen lassen

Zu einer guten Erzählstruktur gehört es auch, Fakten richtig zu verpacken. „Man darf sich nicht scheuen, seine Argumente wirkungsvoll zu verkaufen“, empfiehlt Obermayr. Dazu dienen bildhafte Vergleiche ebenso wie rhetorische Rampen oder ganz einfach eine Geschichte, in die die Informationen eingebettet werden. All das dient als Verstärker. Sie machen das Faktische vorstellbarer und helfen dem Publikum dabei, es im Gedächtnis zu behalten. „Als Vortragender sollte man sich nie nur auf die reinen Argumente reduzieren“, sagt er. „Man muss sie richtig aufbereiten und dem Publikum schmackhaft machen, damit sie auch angemessen wirken können.“

Wissen ist nicht alles

Die meisten Vortragenden sind Experten in ihrem Bereich. Das verleitet dazu, sich in der Vorbereitung zu sicher zu fühlen. „Dabei liegen Welten zwischen reinem Wissen und der Fähigkeit, dieses publikumstauglich verbalisieren und präsentieren zu können“, warnt der Experte. Reden zu halten, ist eine eigene Profession und erfordert eigenes Training, ganz unabhängig davon, wie viel man über ein Thema weiß und wie viel man darüber zu sagen hat. „Die Präsentation ist eine eigene Herausforderung, die erst gemeistert werden muss – egal wie professionell man in seinem Kernbereich bereits ist.“

Komplexität schadet

Gesprochenes unterscheidet sich stark von Geschriebenem. Nur weil ein Satz einleuchtend erscheint, wenn man ihn liest, bedeutet das noch lange nicht, dass man ihm im Vortrag folgen kann. Deswegen müssen in jeder Präsentation sprachliche Einfachheit und Verständlichkeit an erster Stelle stehen. Zu viele Fachausdrücke, komplexe Formulierungen oder verschachtelte Sätze machen es dem Publikum unnötig schwer, zu folgen. „Reduktion ist der Schlüssel“, empfiehlt Obermayr. „Wer auf der Bühne steht, muss seine Expertise nicht mehr beweisen, indem er möglichst viele Fachausdrücke benutzt, sondern sollte sich darauf konzentrieren, seinen Zuhörern den Inhalt so angenehm und einfach wie möglich darzulegen.“

Alles im Einklang

Gut gewählte Worte allein machen bei Weitem noch keine gute Präsentation. Gestik und Mimik sind ebenso wichtige Faktoren. „Dazu kommen Sprachmelodie, Lautstärke und vieles mehr“, sagt Obermayr. „Erst das Gesamtpaket der Eindrücke schürt Interesse und erzeugt Aufmerksamkeit.“ Und dessen sollte man sich als Vortragender von Anfang an bewusst sein. All das kann man aber üben, versichert der Experte. „Idealerweise mit aufmerksamem Testpublikum oder einem Trainer. Sich selbst in Videoaufnahmen zu analysieren, kann auch sehr hilfreich sein.“

Authentizität kommt nicht von selbst

Nur wer auf der Bühne authentisch wirkt, wird auch sein Publikum erreichen. Das darf aber nicht falsch verstanden werden. „Authentizität bedeutet nicht einfach, sich wie im Alltag zu verhalten“, erklärt der Experte. Denn eine Präsentation ist keine „normale Situation“ – also kann man auch nicht „normal“ agieren. Stattdessen gilt es, der Rolle gerecht zu werden, die man während des Vortrags einnimmt. Nonverbale Kommunikation und Interaktion mit dem Publikum helfen, die eigene Glaubwürdigkeit zu unterstreichen.

Software ist keine Krücke

Powerpoint und Co sind schon lange fixer Bestandteil der meisten Präsentationen. Das verleitet dazu, ihnen zu viel Bedeutung beizumessen. Dabei hat Präsentationssoftware eine klare Funktion: Sie kann dem Vortrag zusätzliche Struktur verleihen und ihn einprägsamer machen, indem das Erklärte mit Schlagworten oder, noch besser, mit Bildern verknüpft wird. „PowerPoint ist weder ein Teleprompter noch eine Gedächtnisstütze“, meint der Experte. „Im Gegenteil. Auf der Leinwand muss Minimalismus herrschen.“ Idealerweise werden Folien deshalb auch erst erstellt, wenn der eigentliche Vortrag bereits fertig ist. So lässt es sich vermeiden, dass die Folien zum Kern der Präsentation werden.

Braintalk | Mag. Bernd Obermayr
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